Information

MOLLNER & SCHORSCH wurde Anfang 2011 von Matthias Mollner und Gerda Schorsch gegründet. Das Künstlerpaar arbeitet medienübergreifend mit Installation, Performance, Skulptur, Malerei, Video, Tanz und Fotografie. In den hintergründigen, oft symbolhaften Arbeiten von MOLLNER & SCHORSCH finden sich immer wieder Themen wie Tod, Verwesung, Erneuerung, das Prekäre, das Fragile, Feingliedrige.
    Matthias Mollner (geb. 1984 in Niederösterreich) besuchte die Schule für Metalldesign (Steyr). In dieser Zeit beschäftigte er sich intensiv mit Objekt- und Grafikdesign. Über die Gestaltung von Gebrauchsobjekten gelangte er schließlich zur bildenden Kunst. Mollner arbeitet als freischaffender Künstler, interdisziplinär und oft in Zusammenarbeit mit anderen Kunstschaffenden (vor allem im Videobereich). Seit Beginn seiner Tätigkeit zeigt er Performances parallel zu seinen skulpturalen und installativen Werken.
    Gerda Schorsch (geb. 1970 in Klagenfurt) diplomierte nach einem medizinischen Bildungsweg am Konservatorium der Stadt Wien (heute PU) in Modernem Tanz, Tanzpädagogik und Choreographie. Sie arbeitet seither als freischaffende Künstlerin in diesen Bereichen, aber auch in modernen Theaterproduktionen und fächerübergreifend mit Künstlern anderer Kunstgattungen (Bildende Kunst, Komposition, Video, Film, Literatur). Prägend sind unter anderem die seit über 10 Jahren währende Arbeit als Mitglied des Carpa Theaters und die jahrelange Entwicklung einer Praxis in Solo- und Gruppenimprovisation. Schorsch entwickelt Arbeiten, bei denen Tanz, Sprache und die Inszenierung des Raumes im Vordergrund stehen. Diese verbindet sie mit Mitteln der bildenden Kunst, Malerei, Fotografie und Skulptur.


MOLLNER & SCHORSCH über SICH

In allem, was ICH mache, bin ICH zuerst naiv. Mich leitet das lebhafte, ungetrübte Interesse an einem Zustand, einer Situation, einem Ding, einem/dem Menschen. ICH sauge das Wahrgenommene ein, nehme es in mich hinein. Es beschäftigt meinen Intellekt, mein Herz (meine Seele); es beschäftigt mich auf einer körperlichen Ebene, vermischt sich mit meinen Erfahrungen, aber auch Bedürfnissen, Wünschen, meinem Begehren und meinem Willen. Es macht mich zu dem Menschen, zu der Künstlerin, die ICH bin. ICH reflektiere Zustände in der Gesellschaft, Beziehungen, die sprachliche ebenso wie die nichtsprachliche Kommunikation zwischen Menschen. Wenn ICH einen künstlerischen Akt forme, strömt dieser aus mir heraus. ICH bin ein Transformator für die ungelebten Wünsche, Bedürfnisse, Möglichkeiten von anderen. ICH bin ein Spiegel für die Menschen. ICH eröffne Möglichkeiten.

ER schöpft aus Bildern, die ihn beschäftigen, die plötzlich auftauchen. Ihn interessiert das Unheimliche, das Verwesende, das Verrottende, das Vergängliche, aus dem – wie er sagt – etwas Neues wachsen kann. Das Eingesperrtsein und die Freiheit, das Erlangen und das Nichterlangen von Freiheit, weil sich dadurch viel über die Gesellschaft, die Menschen in der „hoch“ zivilisierten Gesellschaft erzählen lässt. ER liebt das Hässliche. Seine Inspiration gewinnt ER oft durch die Betrachtung von Trash, der überall zu finden ist. In Werbeprospekten, in Möbel- und sogenannten Modehäusern bzw. kurzlebigen Modeströmungen, in der Werbung.


Systemen gegenüber bin ICH sehr skeptisch, deshalb muss ICH mich an ihnen abarbeiten. Oft steht die Performance am Anfang eines Projekts, weil sie den direktesten Weg geht. Es ist eine Konfrontation mit den Betrachtern und vor allem mit mir selbst. Man sieht mich, man hört mich, man kann sich meiner Präsenz nicht entziehen. Aus diesem oft intuitiven Handeln heraus entwickle ICH neue Dinge. Zuerst kommt der Hammerschlag, dann sieht man die Sterne. Die Sterne sind die Skulpturen und Fotografien. ICH schaffe metaphorische Räume, die man wie ein Märchenland betritt. Dort kann es sehr schön sein, aber auch düster und beklemmend. Vor allem interessiert mich der Aspekt des Eingeschlossenseins. Etwas Enges, etwas Bedrückendes, etwas Festgeschnürtes hat für mich großen Reiz. Deshalb baue ICH Käfige und lege Fesseln an. ICH mag Dinge, die außergewöhnlich sind, die einem das Gefühl geben, da ist etwas Besonderes. Meine Arbeiten sind zeitlos, gleichzeitig beeinflussen mich Ereignisse, die jetzt im Moment passieren. ICH schöpfe aus Themen, die ICH täglich in verschiedenen Medien betrachten kann. ICH benötige Bilder als Nahrung.

SIE ist eine Tanzphilosophin. Ihr Weg ist nicht gerade, er hat viele Kurven und Schlaufen. Das macht SIE so geheimnisvoll. SIE interessiert sich besonders für menschliche Beziehungen. SIE schafft Emotionen, geht dabei aus sich heraus. In ihrer Körperlichkeit ist SIE konkret. Der Körper ist Teil ihrer Sprache, ein klar definiertes Kommunikationsmittel. Ich kenne Niemanden, der sich so bewegt. Ihre Bewegungen verraten sehr viel über ihre Emotionen. Im theatralen Raum muss SIE nichts spielen, SIE macht das, was SIE immer macht. SIE hat etwas von einem kleinen Affen. SIE kann sehr schnell sein und sich mit großer Leichtigkeit bewegen, kann im nächsten Moment aber auch ruhig sein und die Umgebung beobachten. SIE ist sehr präzise und liebt das Detail. Ihre Arbeiten sind feine Dioramen des Lebens.